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» Das Interview mit Margaret Peterson Haddix zur Schattenkinder-Serie



Das Interview zur Schattenkinder-Serie


Wie ist die Schattenkinder-Serie entstanden?
Als ich das erste Buch schrieb, dachte ich, es wäre damit abgeschlossen. Aber dann forderten einige Leute eine Fortsetzung, wenn nicht eine ganze Serie. Das diskutierte ich dann mit meinem Lektor und meinem Agenten.
Zunächst haben wir über Bücher über verschiedene Schattenkinder nachgedacht, die sich nicht unbedingt kennen und auch nicht notwendigerweise miteinander zu tun haben mussten. Was für unterschiedliche Schicksale und Probleme konnten solche illegalen Kinder haben? Auf was für verschiedene Weisen würden sie damit umgehen? Nachdem ich ›Unter Verrätern‹ geschrieben hatte, merkte ich, dass ich mit den vorhandenen Personen weitermachen wollte und dass mich die Geschichte als Ganzes interessierte.

Warum beenden Sie die Serie jetzt?
Ich wollte nicht an einen Punkt gelangen, an dem ich mich wiederhole. Es fühlt sich ein bisschen an, wie wenn man seine Kinder zur Schule schickt und plötzlich feststellt, dass sie erwachsen geworden sind. Sie gehen weg und sind ganz auf sich gestellt.

Was werden Sie am meisten vermissen?
Es hat mir wirklich Spaß gemacht, über Luke zu schreiben. Ich habe fast mütterliche Gefühle für ihn. Und es hat mir Spaß gemacht, mich mit den Themen zu befassen, die die Personen in den Büchern beschäftigten. Was bedeutet Freiheit wirklich und wie kann man sie erlangen? Wie schafft man ein Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Freiheit? Das ist genau das, womit wir uns in unserem Land jeden Tag auseinandersetzen.

Das führt mich zu der Frage, ob die Bücher von aktuellen Ereignissen beeinflusst sind?
Im September 2001 war ich gerade dabei ›In der Welt der Barone‹ zu schreiben. Es haute mich von den Socken. Ich dachte, okay, ich schreibe tatsächlich über Leute, die Terroranschläge auf ihre Regierung planen. Kann ich darüber jetzt noch schreiben? Gibt es dafür noch einen Raum? Ich prüfte die Themen sehr viel sorgfältiger als gewöhnlich - und das ist wahrscheinlich eine gute Sache.
Zu dieser Zeit war der erste Band der Serie auf verschiedenen Empfehlungslisten. Zumindest in einem Bundesstaat gab es Bedenken, das Buch Kindern zu empfehlen in einer Zeit, wo alle patriotisch zusammen standen. Das passt irgendwie zu der ganzen patriotischen Bewegung und der Aufgabe von Freiheiten. Ich habe auf jeden Fall ein gutes Gefühl dabei, Kinder zum Nachdenken darüber anzuregen.

In wie weit haben die Fans der Serie deren Inhalt mitgestaltet?
Während des Schreibens an jedem Buch gab es Zeiten der Panik. Was würde ich als nächstes tun? Oft nahm ich Dinge auf, die Fans in Mails oder Schüler während Lesungen vorgeschlagen haben. Als ich darüber nachdachte ›In der Welt der Barone‹ zu schreiben, gab es viele Leute, die etwas über die Familie wissen wollten, die Lukes gefälschten Pass zur Verfügung gestellt hatten. Die Idee gab es schon in meinem Hinterkopf, doch diese Leute holten sie nach vorne. Als ich begann über ›Im Zentrum der Macht‹ nachzudenken, wollten Kinder mehr über Lukes Brüder wissen. Und ich dachte, warum nicht, ich könnte Mark wieder ins Spiel bringen.

Was können die Leser von ›Gefährliche Freiheit‹ erwarten?
Ich will nicht zu viel verraten, aber Luke muss einige Herausforderungen bestehen. Wie wäre es mit folgendem Hinweis? Viele Leute wünschten sich ein Happy End, wo die Protagonisten in der untergehenden Sonne entgegen reiten und alles ist perfekt. Und es gab andere Leute, die sich ein offenes Ende und ein weiteres Buch wünschten. Es wird kein weiteres Buch geben, aber das heißt natürlich auch nicht, dass sich der andere Wunsch erfüllt.

Würden Sie noch einmal eine Serie schreiben?
Das werde ich wahrscheinlich irgendwann. Es hat Spaß gemacht, den Personen durch mehr als ein Buch zu folgen. Ich hatte die Möglichkeit, aus Nebenfiguren Hauptfiguren zu machen. Ich hatte die Möglichkeit, Handlungsstränge weiter zu verfolgen und daraus eigene Bücher zu machen. Das hat viel mehr Spaß gemacht als ich erwartet hatte.

© 2006, Publisher's Weekly

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